Der Molveno See ist der größte natürliche Alpinsee in Italien über einer Meereshöhe von 800 Metern. Er entstand nach der Eiszeit (etwa vor 3000 bis 4000 Jahren) aufgrund eines Wasserstaus durch einen
großen Erdrutsch. Die Seefläche beträgt etwa 3,3 km2 und erreicht eine maximale Länge von 4,4 km und eine Breite von 1,5 km. Die Durchschnittstiefe ist 49.3 m, aber das Wasser reicht bis zu 123 m tief.
Der See ist umrandet von Bergen: im Westen die Brentagruppe, im
Südosten das Paganella-Gazza-Massiv. Am nord-östlichen Seerand finden wir die Siedlung von Molveno. Dichte Wälder zieren die Umgebung von dem Seeufer bis hinauf auf 2000 Höhenmeter. Wenn
wir entlang der Zuflüsse zu ihren Quellen hinaufwandern, kommen wir zu den schönsten Tälern des südlichen Brentagebietes. Mitten im Naturpark Adamello-Brenta durchfließt der
Massodibach das Massodital, seit jeher der günstigste Ausgangspunkt für alle Exkursionen auf die Bergspitzen und Berghütten des Brenta (Cima Brenta, Catena degli Sfulmini).Ausgehend von der Höhe von 823 m am Molvenosee kommen wir bis auf 2700 m zu den Bocche di Brenta, den Armi und Tuckett, welche die natürliche Wasserscheide zwischen dem
Rendenatal und dem Molvenogebiet sind. Der Cedabach gräbt seinen Weg durchs Cedatal zu Fuße der mächtigen Wände von Ceda und Daino. Im Cedatal finden wir keine menschliche Siedlung, und
auch die Spuren alter Almwirtschaften sind verschwunden. Die wilde Landschaft fern von menschlichen Eingriffen hat dieses Gebiet zur Heimat von vielen Tieren gemacht: Hasen, Rehen, Gemsen. Dritter Zufluß des Molvenosees ist der Lambinbach, der vom Paganella Hochplateau zufließt.
Weg führt durch weite Wälder und verbindet die Einwohner von Andalo und Molveno durch 5 km herrlicher Spazierwege. Im blauen Wasser des Sees lebt eine große Vielfalt von Süßwasserfischen, sodaß dieser Ort zahlreiche Angler zum Fischen herlockt.
In den Sommermonaten lädt das kühle Wasser zum erfrischenden Tauchen ein, und der Wind "Ora del Garda", welcher von März bis
Oktober fast ganztägig weht, erweckt die Lust zum Segeln, Surfen oder Paragleiten. Am Seeufer finden wir einen schönen Strand im Norden, und sonst eine Vielfalt an Wälder, Wiesen, Buchten und Klippen, sodaß man gemütlich um den See spazieren, radfahren oder auch reiten kann. Am südlichen Rand fährt die Staatsstraße 421 von Molveno und Tenno vorbei, welche das Nonstal und die Piana Rotaliana mit dem Gardabecken und dem Rendenatal
L.Molveno da C.Brenta (ph.M.Comper)
verbindet.Sofort nach dem zweiten Weltkrieg wurden am Molvenosee Stromwerke gebaut. Während der Arbeiten wurden am Seeboden archäologische Funde gemacht, welche alte menschliche Siedlungen im Gebiet bezeugen. Die E-Werke stellen sicher eine Gefahr für die Tierwelt dar, jedoch haben sie nicht die Schönheit der Landschaft beeinträchtigt: die Gewässer haben ihre Reinheit behalten und trotz des zunehmenden Tourismus bleibt das Seewasser laut Untersuchungen das sauberste Wasser im Kreise der Alpinseen unterhalb von 1000
Veduta dall'alto del lago
Höhenmetern.In letzter Zeit sind einige Verschönerungsarbeiten unternommen worden: der Seedamm, welcher nie Verwendung fand, ist abgerissen worden, und dadurch hat der Nembiasee neues Leben erhalten. Vielleicht würde der große
Antonio Fogazzaro von den Veränderungen verwundert sein, aber mit Sicherheit würde er seine Beschreibung beibehalten: "Der Molvenosee: eine wertvolle Perle in einer noch wertvolleren Schatulle." Ähnlich
erlebte der englische Romantiker Douglas William Freshfield diese Landschaft eher als Gemälde eines großen Künstlers als als wahre Alpinlandschaft.Am Molvenosee sind nur Boote bis zu 4 PS zugelassen, und wir hoffen, daß in der Zukunft alle Motorboote (außer Rettungsboote) untersagt sein werden.